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1. Hallo Frau Soluk- möchten sie sich einmal kurz vorstellen?

Mein Name ist Angelika Soluk. 
Ich bin 62 Jahre alt, verheiratet, 2 Kinder, 1 Enkelkind und arbeite mit psychisch erkrankten Menschen. 
Seit Ende der 1980 Jahre fotografiere ich.
Ich habe mich vorwiegend auf das Fotografieren alter, maroder und verlassener Lokalitäten spezialisiert, Zeitzeugen der Stadtvergangenheit, die zum Teil dem Abriss zum Opfer fielen und somit in Vergessenheit geraten und aus dem Stadtbild verschwunden sind, oder die scheinbar bedeutungslos geworden sind, aber dennoch einen marode Schönheit und Vergangenheit ausstrahlen und Geschichten einer Stadt zu erzählen haben, ob nun meiner eigenen Stadt, oder auch die anderer Städte.
Ein weiter , recht großer Teil meiner Fotos beinhaltet unter anderem auch Geschichten und philosophisch - poetische Gedanken, die mir bei “Fundstücken” einfallen.Hinzu kommen Konzeptreihen, wie die „Fischibilder“, „Sitzgelegenheiten“, oder auch „Kaugummiautomaten“ Daher ist meine Art der Fotografie nicht als rein dokumentarische Arbeit zu betrachten, sondern es würde mich freuen wenn ich den ein oder anderen Betrachter anregen kann das „Kopfkino“ in Gang zu bringen, oder vielleicht ein Lächeln auf das ein oder andere Gesicht zu zaubern.

2.wie sind Sie Künstlerin geworden? Können sie uns ihren Weg kurz beschreiben?
Begonnen habe ich mit der Fotografie Ende der 1980 ger Jahre, zunächst mit einer geliehenen Kamera meines Vaters, damals noch analog.Meine Mutter war Prokuristin bei Leica, und mein Vater hat ebenfalls umfassend fotografiert, da hatte ich schon ein gutes Vorbild. Auslöser war für mich letztendlich ein befreundeter Fotograf, an dessen Bildern ich oft Kritik hatte, und mir dachte, ich muss es mal selbst probieren, meckern ist ja immer einfach. Zudem hatte ich ab 1991/92 zwei Kleinkinder und die Fotografie war eine sehr gute Kunstform , wo man schnell mit ist und nicht immer alles wegräumen muss. Bei Malerei war das schwieriger.Ich habe mich dann über Foren, in Zusammenarbeit mit anderen Fotografen immer wieder geschult. Bin irgendwann auf digitale Kameras umgestiegen und habe mich dann auf alte Gebäude ausgerichtet, da ich dort die meisten für mich spannenden Geschichten finde.Neben der reinen Dokumentation von alten Gebäuden kamen dann nach und nach die Konzeptreihen wie „Fischibilder“, Kaugummiautomaten (Dazu erschein 2025 jetzt das Buch „Gib Gummi“ im Reiffer Verlag) und Sitzgelegenheiten hinzu. Seit über 10 Jahren fotografiere ich mit der Fotografiegruppe „Die Lichtbildner“, wo ich Gründungsmitglied war. Die Mitglieder haben inzwischen mal gewechselt,aber wir gehen in der Regel zu Dritt auf Touren und haben auch einige Ausstellungen gemeinsam gehabt.Seit Corona 2019 habe ich zudem wieder mit Malerei begonnen, was ich parallel ebenfalls fortsetze.

3. Was war Ihr größter Erfolg?
Das ist schwer zu beantworten. Ich habe einige sehr schöne und auch erfolreiche Ausstellungen gehabt. Aber ich habe so meine Herzensprojekte. Ich würde fast das 2025 erschienene Buch „Gib Gummi“ als meinen bisher größten Erfolg bezeichnen, da es die Fotografie der Kaugummiautomaten enthält, aber auch ein Vernetzungsprojekt ist. Wir haben in Abbenrode einen kleinen Kulturraum, „ARTmen“. Dort haben einige regionale AutorInnen schon gelesen. Die habe ich gebeten mir zu meinen Fotos von den Kaugummiautomaten Geschichten zu schenken und somit ist dieses Buch als Gemeinschafts- und Vernetzungsprojekt entstanden.Das ist einfach toll, weil es so ein schönes Gefühl ist, gemeinsam etwas zu erscheaffen. Ähnlich auch das Buch was ich mit meinem Mann gemacht habe zu seinem selbstkomponierten Musical „Solie & Cookie“ , was ich mit Zeichnungen bebildert habe.

4. Was bedeutet Ihnen die Kunst und was möchten sie damit ausdrücken?
Kunst, ob Fotografie oder meine Malerei ist für mich meine Form des Geschichten erzählens. Diese Geschichten, die bei mir im Kopf beim Tun entstehen, versuche ich festzuhalten und in meinen Bildern zu konservieren und zu erzählen. Dazu will ich die Atmosphäre festhalten, die oft in alten Gebäuden z.B. völlig unwirklich ist.Es gibt immer wieder Neues zu entdecken und ich habe immer die Hoffnung, dass gleichzeitig aber auch Altes erhalten bleibt, so das die Erinnerungen an die eigentliche Funktion der alten Gebäude nicht vergessen werden und man somit einen Teil lebendige Geschichte erleben kann.Gleichzeitig entstehen neue Geschichten. Alle Bilder die ich mache sind nicht gestellt, bis auf die Fischbilder, da ich ihn ja ins Bild setze. Ich fotografiere was ich finde . Teilweise wirkt das wie kleine Bühenbilder.ICh möchte im Grunde meine Geschichten im Kopf erzählen.
5. Können sie uns etwas zur aktuellen Ausstellung im Nordkopf Tower erzählen?
Wie schon in der letzten Frage angedeutet, ist der Fisch eine Ausnahme. Das Kunstprojekt basiert darauf, das ich etwas gegen die Zerstörung setzen wollte. Alte Gebäude werden in der Regel in kurzer Zeit nach dem Verlassen vandalisiert. Ich wollte etwas Schönes da lassen und der Fisch lächelt immer. Zudem kann er zu den Platzierungen neue Geschichten entstehen lassen, ob nun visuell oder in meinem Kopf, oder im Kopf des Betrachters/Finders. Da ich ihn vor Ort lasse und nur das Foto mitnehmen. Andere Finder, sehen darin dann was völlig anderes. Manchmal kommen auch diese Geschichten zu mir zurück. Auch ist der Fisch sehr symbolisch in vielerlei Hinsicht zu betrachten.
Fische brauchen dringend Wasser. Unser Wasser ist ein teueres Gut, was immer kostbarer wird, Angesichts des Klimawandels.Er lächelt und hat gut lachen, denn er ist aus Plastik, er wird es überstehen. Da er aus Plastik ist sogar sehr,sehr lange. Auch das kann man kritisch sehen. Ein Naturfeindlicher , unverwüstlicher Kunststoff und er lächelt, belastet aber die umwelt, ganz besonders die Meere. Die Gefahr die von Plastik und Microplastik für uns ausgeht kommt hier mit einem charmanten Lächeln daher, wie beim Fisch, aber auch in der Werbung und man erkennt viel zu spät das hinter dem Lächeln große Gefahren stehen können. 
Der Fisch ist aber auch mein Sternzeichen und ich kann das Lächeln auch sehr positiv sehen, denn er ist ein Blickfang in absoluter Zerstörung. Er ist ein Lächeln wo alles grau ist. Er ist eine Kindheitserinnerung an Spielzeug was noch nichts konnte, Er ist in seiner Aret positiv besetzt für die meisten Betrachter. Und er ist mein Geschichtenerzähler bei meinen Kopfspaziergängen.

6. Haben sie Ziele die sie noch erreichen möchten?
Ja, durchaus. Zum einen möchte ich weiterhin Möglichkeiten haben alte Gebäude zu fotografieren. Ich breche nirgendwo ein, ich erfrage bei den Besitzern /Pächtern die Erlaubnis und in der Regel bekommen sie dnan einen Satz Fotos, die sie z.B. zum Suchen für Föderer nutzen können. Ich würde mir wünschen wenn ich das noch lange machen kann, da es mich wirklich von Herzen beflügelt.Also haben sie ein altes Gebäude, fragen sie mich gerne.Ich garantiere gewissenhaftigkeit und Achtsamkeit, da mir jede Form von Zerstörung zuwieder ist.
Ich bin aber auch weiterhin offen für viele Formen der Fotografie. Auch Natur interessiert mich sehr, ich habe z.B: einen Fotoworkshop im Wolfscenter Doerverden mitgemacht, das war ein tiefes Erlebnis mit den Wölfen. So intensive, tiefe Begegnungen wünsche ich mir auch noch öfter. Zudem würde ich gern irgendwann einen Bildband mit den Geschichten zu den „Abenteuern mit dem Fischi“ veröffentlichen. Ansonsten hoffe ich noch auf viele schöne Ausstellungen zu meinen Themen, auch in der Malerie, die ich seit 2019 wieder sehr intensiv betreibe und auf Vogelfedern male, und mich mit Recycling Art befasse, selber Papier schöpfe usw..
Wenn man kreativ unterwegs ist, kommen die Ziele oft beim Tun, entweder alleine , oder auch gemeinsam. Sie entwickeln sich und es hört nicht auf. Das liebe ich und es treibt mich an weiter zumachen, weil ich auch sehr neugierig bin und weil Kunst eine so friedfertige, schöne Art ist Geschichten zu erschaffen und auch manchmal etwas zu verändern.
 

Stadtwerke Wolfsburg
Angelika Soluk
Stadtwerke Wolfsburg
Dalibor Dreznjak, Angelika Soluk und Angelika Flaig
Stadtwerke Wolfsburg
Eröffnungsrede Dalibor Dreznjak

Ansprechpartnerin

Petra Buerke
Unternehmensentwicklung und Kommunikation
Stadtwerke Wolfsburg AG

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